
Wie im Merkblatt schon beschrieben gehört das Kompostieren von Gartenabfällen zur Routine eines Kleingärtners.
Unter Kompostieren versteht man die Umwandlung von organischen Gartenabfällen, um diese einerseits kostengünstig zu entsorgen
und andererseits die in den Abfällen enthaltenen Nährstoffe und Mineralien wieder frei nutzbar zu machen, um sie den Pflanzen
erneut zuführen zu können.
Mancheiner stellt sich die Sache mit dem Kompost etwas zu einfach vor - alles was man abschneidet auf einen Haufen werfen und
wenn es zu Erde geworden ist, wieder auf den Acker streuen - aber so einfach ist es leider doch nicht.
Hier ein paar wichtige Tipps und Hintergründe, mit denen man sich Arbeit ersparen kann:
| Was gehört auf den Kompost? | Was gehört nicht auf den Kompost? |
| Laub, Rasenschnitt, Schnittgut von Hecken, Stauden, Blumen, Erdreste, unverarbeitete Obst- und Gemüsereste, geschreddertes Holz, Tee, Kaffeesatz, Kaffeefilter, "weiches" Papier, Stroh. | Speisereste, Knochen, Fleisch, Zitrusfrüchte oder Bananenschalen (sind meistens gespritzt), Hochglanzpapier, Korken, lackiertes Holz, Kunststoffe, Farben, Öle, Düngemittel, Spritzmittel, Fäkalien, Nussschalen, sonstige schwer verrottbare Dinge, infizierte oder befallene Pflanzen (Rosenkrankheiten, Baumpilze, Schädlinge...) |
Rasenschnitt sollte immer gut mit anderem kompostierbaren Material durchmischt werden, weil es sonst zu faulen anfängt, damit stinkt und nur noch schlecht verrottet. Am besten gibt man den Rasenschnitt mit trockenem Laub zusammen oder läßt ihn an der Sonne abtrocknen, bevor man ihn in den Komposter gibt.
Feuchtes Schnittgut sollte man in einem gut belüfteten Komposter geben, um Schimmelbildung und Fäulnis zu verhindern, denn das behindert den Zersetzungsprozess. Ist das Schnittgut abgetrocknet, kann es in einen geschlossenen Erdkomposter umgeschichtet werden.
Unkraut sollte nur kompostiert werden, wenn es sich nicht um Samenbildendes Unkraut handelt. Die Samen können im Kompost viele Jahrzehnte überdauern und werden damit auch später auf dem Acker neu austreiben, was dem Kleingärtner unnötig Arbeit bereitet.
Umschichten ist für gute Komposterde unverzichtbar. Frisches Schnittgut wird in einem gut durchlüfteten Komposter über das Jahr gesammelt, dann zum Jahresende in einen geschlossenen "Erdkomposter" umgeschichtet und abgedeckt. Erst gegen Ende des nächsten Jahres wird dieser Komposter wieder aufgedeckt und gut durchmischt. Dieser Kompost sollte ein weiteres Jahr ruhen, erst zum Ende des zweiten Jahres kann man den Kompost durchsieben und die feine Erde über den Winter auf den Acker bringen, damit der Frost verbliebene Reste noch aufspalten kann.
Fertiger Kompost sollte spätestens im Frühjahr in den Acker eingearbeitet werden, damit er sich mit der restlichen Erde gut vermischen kann und die im Boden lebenden Tiere ihn noch mal "umsetzen" können.
Auf frisch mit Kompost behandelten Äckern sollte man im ersten Jahr keine Kartoffeln oder Zwiebeln anpflanzen, weil diese zur Schorfbildung neigen würden.
Hartes Material und Äste sollte man vor dem Kompostieren möglichst klein schneiden oder Hächseln, um den Mikroorganismen eine möglichst große Angriffsfläche zum Eindringen zu bieten. Bei Stockrosen empfiehlt es sich ausserdem, den Stiel zu würgen/verdrehen oder der Länge nach aufzuschneiden.
Alle Komposter sollten direkten Kontakt zum Boden haben, damit nützliche Insekten wie Asseln, Regenwürmer und Käfer leichten Zugang zum Komposthaufen haben. Auf keinen Fall sollte der Boden des Komposters mit Platten oder Folien nach unten geschlossen werden!